Pietät und Prestige im Spätmittelalter
Lieselotte Saurma-Jeltsch

Pietät und Prestige im Spätmittelalter

Die Bilder in der Historienbibel der Solothurner Familie vom Staal

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Eine prachtvoll illustrierte Bilderhandschrift und ein einzigartiges Objekt spätmittelalterlicher Buchkultur: Mit der Historienbibel des Johann von Staal besitzt die Solothurner Zentralbibliothek einen ganz besonderen Schatz. Das der Belehrung und Erbauung dienende Buch wurde um 1460 im Auftrag des Solothurner Stadtschreibers Johann von Staal in der Werkstatt Diebold Laubers im elsässischen Hagenau hergestellt. Die reiche Ausstattung, die gepflegte Schrift, die grosszügige Gestaltung und die durchgehend gleichbleibende Papierqualität machen diese Handschrift so wertvoll. Dass dieses Manuskript für den Notar und Diplomaten Johann von Staal als Prestigeobjekt konzipiert wurde, zeigen allein schon Anzahl und Ausführung der Initialen und Bilder, für die einzeln bezahlt werden musste. Die beiden Prachtinitialen wurden von einer hierauf spezialisierten Werkstatt ausgeführt und kommen nur in wenigen kostbaren Manuskripten der Lauberschen Produktion vor. Die 71 luxuriösen Illustrationen in intensiv deckendem Rot und Grün stammen von einem erfahrenen Lauberschen Buchmaler, dem Maler B. Trotz der routinierten Ikonographie, mit der dieser anonyme Künstler dem Muster eines seit den zwanziger Jahren des 15. Jahrhunderts in der Werkstatt erprobten Bildprogramms folgt, lässt sich an vielen Details und neuen Formeln der Bezug zu Johann von Staal ablesen. So binden beispielsweise die zum heraldischen Zeichen eingefrorenen Greifen, die als Fabelwesen Alexander in den Himmel tragen, das 1487 von Maximilian I. bestätigte

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 431 arabisch
Abbildungen 111 s/w, 77 farbig
Masse: 24 x 31.5 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-2415-8
Erscheinungsdatum: 30.06.2008

Autor/in

Lieselotte E. Saurma ist Ordinaria für mittelalterliche Kunstgeschichte an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.