Versorgungsforschung als Instrument zur Gesundheitssystementwicklung
Medizinische Forschung
Herausgegeben von Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Ernst Mutschler, Paul Schölmerich u.a.
Bd. 15 Maria Blettner, Christoph Fuchs, Jörg Michaelis u.a. (Hg.)

Versorgungsforschung als Instrument zur Gesundheitssystementwicklung

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Die Versorgungsforschung umfasst neben der wissenschaftlichen Durchdringung des Geschehens und der institutionellen organisatorischen Rahmenbedingungen der Patientenbetreuung auch den Anspruch, bei Identifikation von Schwachstellen Konzepte für deren Behebung zu entwickeln. Soweit sich der jeweilige Forschungsgegenstand insbesondere auf die obere und mittlere Steuerungsebene der Gesundheitsversorgung bezieht, steht die Versorgungsforschung einer Politikberatung besonders nahe, da sie nur auf diese Weise eine Chance erhält, in einer überschaubaren Zeit wirksam beachtet zu werden.

In einer Zeit, in der das Gesundheitswesen auf nahezu allen Ebenen dynamischen Steuerungsschritten unter institutioneller Beteiligung vieler Akteure unterliegt, stellt sich daher unter anderem die Frage, ob und wie die Stimme der Wissenschaft dabei so zur Geltung gelangt, dass ihre Erkenntnisse über die tatsächlichen Grundlagen des Leistungsgeschehens und ihre Zusammenhänge angemessen in die Steuerungsentscheidungen einfliessen.

Wissenschaftliche Klärung bedarf der ergebnisoffenen Diskussion. Wenn die Versorgungsforschung sich nach allgemeiner Auffassung insbesondere dem lange vernachlässigten Bereich der Determinanten der sogenannten letzten Meile des Leistungsgeschehens verstärkt zuwenden soll, ist u.a. die Frage zu beantworten, wie ihre wissenschaftlichen Erträge gezielt in notwendige politische Entscheidungsprozesse einfliessen können, um nicht z.B. durch Missachtung in die Bedeutungslosigkeit zu geraten. Dieses seit jeher vorgegebene Spannungsverhältnis zwischen Wissenschaft und Politik stellt sich für die Versorgungsforschung in besonderer Deutlichkeit.

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Bibliographische Angaben

Reihe Titel der Reihe - Medizinische Forschung
Seitenanzahl 110 arabisch
Zeichnungen 10
Tabellen 2
Format: 17 x 24 cm
Bindung Buch, Broschiert
ISBN 978-3-7965-2572-8
Erscheinungsdatum: 23.06.2009

Autor/in

Die Herausgeber:

Prof. Dr. Maria Blettner studierte Statistik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Dortmund. Sie arbeitete zunächst als Wissenschaftliche Assistentin an der Universität Dortmund, dann bei der International Agency for Research on Cancer, WHO, in Lyon. Nach verschiedenen Tätigkeiten als Dozentin und Statistikerin, erhielt sie 1999 einen Ruf auf die Professur für Epidemiologie und Medizinische Statistik an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld. Seit 2003 ist Prof. Dr. Blettner Direktorin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik an der Universität Mainz.

Prof. Dr. Christoph Fuchs, geb. 1945, studierte Humanmedizin an den Universitäten Köln und Wien. Nach wissenschaftlicher Tätigkeit als Facharzt für Innere Medizin an der Universität Göttingen, leitete er in den Jahren 1984 bis 1990 die Gesundheitsabteilung im Ministerium für Umwelt und Gesundheit des Landes Rheinland-Pfalz. Von 1990 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2011 war Prof. Dr. Fuchs Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer.

Prof. Dr. Jörg Michaelis, geb. 1940, studierte Humanmedizin in Freiburg im Breisgau, Innsbruck und Wien. In den Jahren 1984-1986 und 1999-2001 war er Dekan des Fachbereichs Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Vor seiner Emeritierung war Prof. Dr. Michaelis Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Prof. Dr. Dr. Dr. h. c. Eckhard Nagel, geb. 1960, studierte zunächst Humanmedizin u.a. in Hannover und Vermont (1978-1986), anschliessend Philosophie und Geschichte an der Universität Hannover (1979-1988). Im Jahr 1987 wurde er zum Dr. med., im Jahr 1995 zum Dr. phil. promoviert. Nach seiner Habilitation war er u.a. Oberarzt der Klinik für Abdominal- und Transplantationschirurgie (1994-2000), MHH. Prof. Nagel ist in unterschiedlichen Gremien tätig, z.B. im Nationalen Ethikrat und beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Im Jahr 2010 erhielt er die Ehrendoktorwürde des Doktors der Theologie. Seit 2010 ist er Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Essen.