Die Evidenz-basierte Medizin im Licht der Fakultäten
Medizinische Forschung
Herausgegeben von Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, Ernst Mutschler, Paul Schölmerich u.a.
Bd. 11 Jörg Michaelis, Hans Heinrich Raspe (Hg.)

Die Evidenz-basierte Medizin im Licht der Fakultäten

Symposium der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz, am 15./16. Oktober 1999

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Band 11
Der Begriff Evidenz-basierte Medizin (EBM) bezeichnet den Ansatz, das ärztliche Handeln auf die besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu gründen, die meist aus kontrollierten klinischen Studien stammen. Innerhalb der Medizin wird über Nutzen und mögliche Gefahren der EBM lebhaft diskutiert. Während die Protagonisten gelegentlich zu einer kritiklosen Euphorie neigen, befürchten die Kritiker eine Beschränkung ärztlicher Handlungsspielräume durch Leitlinien und normbasierte Qualitätssicherung. Diese Diskussion gewinnt vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer Massnahmen wie dem Umbau des Vergütungssystems für Ärzte und Krankenhäuser ein besonderes Gewicht.

In dem Buch werden die Ansätze zur wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und der Umsetzung in der Medizin kontrastiert mit geisteswissenschaftlichen und juristischen Ansätzen. Auf der Basis eines multidisziplinär erweiterten Verständnisses von Evidenz kann die EBM kritisch und geschichtsbewusst weiterentwickelt werden. Das Spektrum der Beiträge umfasst auch mögliche juristische Konsequenzen der EBM, zum Beispiel im Haftungs- und Strafrecht, sowie gesundheitsökonomische Perspektiven. An Anwendungsbeispielen wird deutlich, dass EBM-orientierte Erkenntnis und EBM-basiertes Handeln in der ärztlichen Praxis oft noch deutlich auseinanderklaffen. Mögliche Ursachen für eine solche Diskrepanz und Ansätze zu ihrer Überwindung werden diskutiert. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Thematik zeigt weitere Entwicklungsmöglichkeiten der EBM auf.

Aus dem Inhalt:

Heiner Raspe, Evidenzen in der Medizin und die Evidenz-basierte Medizin

Sven Olaf Hoffmann und Ulrich T. Egle, Evidenz-basierte Medizin in der Psychosomatik

Jörg Michaelis, Methodische Probleme der Evidenz-basierten Medizin

Axel W. Bauer, Evidenz aus der Sicht der Wissenschaftstheorie

Manfred Harder, Evidenz in der Rechtswissenschaft

Klaus Winkler, Evidenzen in der Theologie und Seelsorge

Markus Wriedt, Evidenzen in den Geschichtswissenschaften

Axel W. Bauer, Kritischer Kommentar der Medizingeschichte zur EBM

Johannes Köbberling, Kritischer Kommentar der klinischen Medizin

Dieter Hart, Evidenz-basierte Medizin (EBM) und Gesundheitsrecht

Urban Wiesing, Evidenz-basierte Medizin aus ethischer Sicht

Karl W. Lauterbach, Die Evidenz-basierte Medizin aus gesundheitsökonomischer Sicht

Günter Ollenschläger, Realisierung von Evidenz-basierter Medizin in der Gesundheitsversorgung

Jörg Michaelis und Heiner Raspe, Zusammenfassung der Diskussionen: aktuelle Fragen an die EBM 

Bevorstehende Veranstaltungen

Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 187 arabisch
Info: mit 4 Abbildungen und 6 Tabellen
Bindung Buch, Broschiert
ISBN 978-3-7965-1697-9
Erscheinungsdatum: 02.04.2001

Autor/in

Die Herausgeber:

Prof. Dr. Jörg Michaelis, geb. 1940, studierte Humanmedizin in Freiburg im Breisgau, Innsbruck und Wien. In den Jahren 1984-1986 und 1999-2001 war er Dekan des Fachbereichs Medizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Vor seiner Emeritierung war Prof. Dr. Michaelis Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Prof. Dr. Hans-Heinrich Raspe ist Professor am Institut für Sozialmedizin der Medizinischen Universität Lübeck.