Tina Hauser
échanges
Herausgegeben von Schweizerischer Kunstverein (SKV/SSBA)
Vol. 5 Kunibert Bering, Pascal Ruedin

Tina Hauser

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Tina Hauser transformiert das Weggeworfene, den Müll, das Amorphe, in ein Stadium der Ordnung. Aber dieses Stadium ist nicht das Ergebnis eines wirtschaftlich genutzten Recycling-Prozesses, sondern ein ästhetischer Zustand jenseits des wegwerf-orientierten Gebrauchs.

Tina Hausers Assemblage zeigt die Hinwendung der Bildhauerin zu Materialien, die aus der Welt des Alltags stammen, aus dieser Welt aber ausgestossen wurden. Die Künstlerin nimmt sich diese Materials an und unterwirft es einem Prozess der Ästhetisierung, indem sie dem Weggeworfenen eine weisse Farbe verleiht. Mit dem Titel The Beauties bezieht Tina Hauser Position in der Diskussion um jene Dichotomie zwischen dem "Schönen" und dem "Hässlichen". Dies geschieht auch, wenn sie ihr temporäres Atelier im Müllbunker A Garden of many pleasures nennt - der künstlerische Eingriff verwandelt das von der Gesellschaft Ausgestossene, Tabuisierte.

Diese Kunst entfaltet sich im Verborgenen - wie die Malereien in ägyptischen Grabkammern. Daraus ergibt sich für Tina Hauser ein weiteres Feld künstlerischen Agierens: immer wieder stiess sie auf das Phänomen der Lagerung, auf Zustände, in denen das Hässliche wie das Angenehme den Blicken entzogen ist, aber dennoch in die Gesellschaft hineinwirkt.
Die Ästhetik des Mülls wie sie Dada, vor allem Schwitters, in die „Klassische Moderne” integrierten, wird in Tina Hausers Arbeiten in eine ungeahnte Monumentalität gesteigert.  

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Bibliographische Angaben

Reihe Titel der Reihe - échanges
Seitenanzahl 40 arabisch
Info: mit farbigen Abbildungen
Bindung Buch, Broschur mit Klappen
ISBN 978-3-7965-2040-2
Erscheinungsdatum: 20.08.2003

Autor/in

Dr. Kunibert Bering studierte Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Geschichte und Philosophie an den Universitäten Bochum und Rom. Seit 2009 ist er Dekan des Fachbereichs Kunstbezogene Wissenschaften der Kunstakademie Düsseldorf.

Dr. Pascal Ruedin studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Französisch an der Universität Lausanne. Er war Assistent am kunsthistorischen Seminar der Universität Neuenburg. Seit 2013 ist er Direktor der Walliser Kantonsmuseen.