Chrêsis IX; Sieben Kapitel über Natur und Menschenleben
«Chrêsis»
Herausgegeben von Christian Gnilka
Bd. IX Christian Gnilka

Chrêsis IX; Sieben Kapitel über Natur und Menschenleben

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Wie die Kirchen der frühen Christenheit oft auf dem Grund und Boden der alten Tempel erstanden und Säulen, Kapitelle und Gebälk in die neue Architektur eingegliedert wurden, so bildete sich die christliche Kultur überhaupt durch schöpferische Nutzung ungezählter Elemente der vorchristlichen Geisteswelt. Die Anschauung der Natur und des menschlichen Lebens bietet ein vielfältiges Beispiel für diesen Prozess der kulturellen Metamorphose. Verbreitet war in der Antike die Lehre, dass die natürlichen Lebensgrundlagen wie Wasser, Luft und Sonne allen Menschen gemeinsam gehören, aber das Christentum gab dieser Lehre von den communia eine neue Begründung, wie es sich andererseits dagegen wehrte, aus dieser Gemeinsamkeit auf eine Gleichheit der Religionen zu schliessen.

Auch die pagane Antike zog aus dem Verhalten der Tiere moralische Lehren, aber das Leben der christlichen Heiligen zeigt, wie das Lernen aus der Natur durch die göttlichen Schöpfungsordnung geregelt und durch die Heilige Schrift gelenkt wird. Aus dem Wechsel von einem Lebensalter zum anderen schmiedete die antike Moralphilosophie ein Trostmittel gegen die Furcht vor dem Tode, aber die frühkirchlichen Denker erfassten darin einen analogischen Beweis für die letzte Veränderung des Menschen in der Auferstehung. Das Glück eines schönen Greisenalters, aber auch die Klage ob der Altersleiden, der besondere Wert der letzten Worte eines Menschen: all das kehrt uns in der frühchristlichen Literatur wieder, doch verwandelt und vertieft. Sogar den Humor gibt es da, den manche der Alten Kirche absprechen wollen.

Das Buch behandelt die Themen durch Interpretationen der Quellen in Prosa und Poesie; sie sind zum Teil aus Vorträgen erwachsen und haben diesen Charakter behalten oder angenommen. Beigefügt sind ein philologischer Kommentar zu einer Versreihe des Dichters Prudentius sowie ausführliche Register. 

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 253 arabisch
Masse: 16.9 x 24.2 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-2209-3
Erscheinungsdatum: 20.01.2006

Autor/in

Christian Gnilka, geboren am 20.12.1936 in Schlesien, studierte Klassische Philologie in Bonn, München und Rom, wurde 1962 in Bonn zum Dr. phil. promoviert, habilitierte sich dort 1970 für das Fach Klassische Philologie und wurde 1971 zum Außerplanmäßigen Professor in Bonn ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er Rufe auf ordentliche Lehrstühle seines Fachs in Frankfurt a. M. und Münster. An der Westfälischen Wilhelms-Universität war er von 1972 bis 2002 Direktor des Instituts für Altertumskunde. Einen ehrenvollen Ruf auf den Lehrstuhl seines Lehrers Wolfgang Schmid in Bonn lehnte er ab (1978). Gnilka lehrt und arbeitet weiter als Professor emeritus in Münster.