Juden in ihrer Umwelt
Matthias Konradt, Rainer C. Schwinges (Hg.)

Juden in ihrer Umwelt

Akkulturation des Judentums in Antike und Mittelalter

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Das Judentum war nie eine isolierte Einheit - vielmehr standen Juden seit biblischer Zeit im Austausch mit den sie umgebenden Völkern.

Die zehn Beiträge in diesem Buch untersuchen Akkulturationsprozesse des antiken und mittelalterlichen Judentums. Unter dem Aspekt der religiösen Selbstvergewisserung werden der Widerstreit partikularistischer und universalistischer Züge in den Beziehungen Israels zu den Völkern der hebräischen Bibel, sodann der Wandel der rabbinischen Gottesvorstellung vom zürnenden zum barmherzigen Gott betrachtet, schliesslich die besondere Bedeutung des Mitseins (Schekhina) im Volk Israel. Der zweite und dritte Aspekt gilt Formen kultureller Existenz. Für die Antike stehen beispielhaft das Theater und die beiden grossen Vermittler Philo und Josephus. Für das Mittelalter stehen Gemeinde, Stadt und Universität im Mittelpunkt. Juden und Christen lebten in einem enormen Spannungsfeld mit dunklen und helleren Seiten, mit Phasen von Konfrontation und Kooperation, doch ist letztere gegen Ende des Mittelalters gescheitert. Gescheitert ist nördlich der Alpen auch der Zugang für Juden zum regulären Universitätsstudium - es sei denn, sie seien "Taufjuden" gewesen. Mit dem vierten Aspekt, bei dem es um Imaginationen des "Alten" in der amerikanischjüdischen Gegenwart geht, erhält das Thema der Akkulturation der Juden in ihrer Umwelt eine über Antike und Mittelalter hinausweisende Aktualität.

Aus dem Inhalt:

I.

Walter Dietrich, Israel und die Völker der Hebräischen Bibel

Gabrielle Oberhänsli-Widmer, Wie sich die Rabbinen Gott dachten: Spekulationen über die Gründe sich wandelnder Gottesvorstellungen

Clemens Thoma, Die Schekhina als zentraler jüdischer Glaubensinhalt

II.

René Bloch, Von Szene zu Szene: Das jüdische Theater in der Antike

Matthias Konradt, Tora und Naturgesetz. Interpretatio graeca und universaler Geltungsanspruch der Mosetora bei Philo von Alexandrien

Christine Gerber, Von Jerusalem nach Rom. Flavius Josephus als Mittler zwischen den Kulturen

III.

Michael Toch, Macht und Machtausübung in der jüdischen Gemeinde des Mittelalters

Hans-Jörg Gilomen, Kooperation und Konfrontation. Juden und Christen in den spätmittelalterlichen Städten im Gebiet der heutigen Schweiz

Rainer C. Schwinges, Zugang für alle? Jüdische Studenten und die mittelalterliche Universität

IV.

Jacques Picard, Skepsis und Numinosität. Imaginationen des ‹Alten› in der amerikanisch-jüdischen Gegenwart  

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 285 arabisch, 10 römisch
Abbildungen 14 s/w
Tabellen 7
Format: 15.5 x 22 cm
Bindung Buch, Broschiert
ISBN 978-3-7965-2424-0
Erscheinungsdatum: 11.02.2009

Autor/in

Die Herausgeber:

Matthias Konradt ist seit 2003 Professor für Neues Testament am Institut für Bibelwissenschaft der Universität Bern.

Prof. Dr. phil. Rainer Christoph Schwinges, geb. 1943 in Paderborn, studierte Geschichte, Soziologie, Philosophie und Psychologie an den Universitäten Köln, Münster und Gießen. Nach seiner Habilitation hatte er Dozenturen an den Universitäten Osnabrück, Bielefeld und Gießen. Von 1989 bis 2008 war er Professor für Allgemeine Geschichte des Mittelalters an der Universität Bern. Seit 2008 ist er emeritiert. Seine Forschungsschwerpunkte sind Sozial- und Verfassungsgeschichte, Ideen- und Kulturgeschichte des hohen und späten Mittelalters, Kreuzzugsgeschichte, Stadt- und Migrationsgeschichte, Historische Geographie und Universitäts-, Bildungs- und Wissenschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit.