Wer regieren will, muss viel hören, und nicht hören

Wer regieren will, muss viel hören, und nicht hören

Spruchweisheiten und Inschriften im Basler Rathaus

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Im Basler Rathaus sind heute 65 Inschriften zu lesen; weitere 45 aus früherer Zeit sind überliefert. Dieser Reichtum illustriert die zentrale Bedeutung des Rats und seines Gebäudes für eine Stadt, auch als einer Stätte der Kultur.

Einen Rat zu bilden, Rat zu halten gehört zu den klügsten Errungenschaften der Menschheit. In Basel ist ein solcher seit rund 1000 Jahren nachgewiesen, und man wusste of- fensichtlich um seinen Wert. Nicht umsonst lautete eine der ältesten Inschriften: «Es ist besser, etwas mit Rat zu versuchen als mit Waffen.»

In den Jahrhunderten zwischen dem Bau des Rathauses und dem tiefgreifenden Um- und Neubau von 1901/04 haben sich die Ratsherren immer wieder selbst Ratschläge und guten Zuspruch zur richtigen Führung des Staates gegeben. Mit mahnenden Inschriften an den Treppen und Wänden, in den Sälen und Kammern haben sie sich lateinisch und deutsch der Regeln des guten Regiments versichert. Vor allem wird zu Masshalten, verantwortlichem und selbstlosem Handeln sowie zu persönlicher Integrität im Amt aufgefordert. Ferner wird an bauliche und politische Ereignisse erinnert, im Grossratssaal prominent an Basels Beitritt zur Schweiz anno 1501.

Die Institution und das Gebäude des Basler Rates sind historisch gut erforscht. Die Wandsprüche jedoch sind – wie der seit 2009 amtierende Regierungspräsident festgestellt hat – noch nie gesamthaft erfasst worden. Manche von ihnen erscheinen schwer verständlich, so weise sie auch sein mögen. Hier schaffen die Autoren Zugänge.

Weisheiten der Antike aus dem Geist des Humanismus stehen neben handfesten volksnahen Sprüchen, die in Form und Inhalt auch vom kritisch-ironischen Basler Geist zeugen. In ihnen sind von Mut bis zu Fatalismus die vielfältigsten Wertmuster und Stimmungen ausgedrückt. Sie alle werden in Bild und Text dargestellt. Dazu gesellen sich die Erklärungen und Kommentare der Autoren, die für überraschende Entdeckungen sorgen und die ihrerseits dem kritischen Geist und Urteil aus heutiger Sicht nichts schuldig bleiben.   

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 288 arabisch
Abbildungen 11 s/w, 119 farbig
Format: 16 x 23.1 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-3335-8
Erscheinungsdatum: 06.08.2014

Autor/in

Markus Ritter, geboren 1954, ist heute Generalsekretär im Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, mit Sitz im Basler Rathaus. Er hat die Idee für dieses Buch lanciert und für die Autoren und Fotografen die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen, damit es entstehen konnte.

Martin Carl lebt als deutscher «Secondo» in Basel. Nach Studien der Germanistik, Anglistik und Wirtschaftsgeschichte freischaffend in Unterricht, Publizistik und anderen Sparten. Seine Mitarbeit an zwei historisch-wissenschaftlichen Projekten bei Beat von Scarpatetti führte zu seinem Beitrag über die frühe Geschichte des Grossratssaales im vorliegenden Buch.

Peter Litwan, Dr. phil., unterrichtete nach dem Studium von Deutsch, Latein und Geschichte an den Universitäten in Basel und Kiel am Gymnasium Kohlenberg/Leonhard in Basel. Seit der Pensionierung beschäftigt er sich mit spätmittelalterlichen Texten und Inschriften.

Beat von Scarpatetti, Dr. phil., Maître de conférence CNU Paris, 1982/1993 Dozent an der Université de Haute Alsace (Mulhouse), darnach Forschungsprojekte mit der Universität Basel. Autor zahlreicher Werke in den Bereichen Geschichte (Mittelalter und Humanismus), Paläographie und Ökologie.

Rudolf Wachter, geboren 1954, Professor für Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (Indogermanistik) an den Universitäten Basel und Lausanne und Spezialist für Geschichte der lateinischen und der griechischen Sprache, antike Inschriften und Alphabetgeschichte.