Herausgegeben von Caroline Arni, Susanna Burghartz, Lucas Burkart u.a.
165 Urs Hammer
Vom Alpenidyll zum modernen Musterstaat
Der Mythos der Schweiz als «alpine sister republic» in den USA des 19. Jahrhunderts
Wie erklärt sich die Idealisierung der Schweiz durch die Vereinigten Staaten im letzten Jahrhundert? Welche Rolle spielte die Eidgenossenschaft im nationalen Identifikationsprozess der USA? Aus welchen Elementen konstituierte sich der Mythos der «Alpinen Schwesterrepublik»? Auf diesen Fragestellungen aufbauend analysiert Urs Hammer Kontinuität und Wandel im amerikanischen Bild der Schweiz.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fasziniert Wilhelm Tell als Prototyp des «noble mountaineer» die amerikanische Öffentlichkeit. Später werden zahlreiche Besucher aus den USA vom Wechselspiel zwischen Naturkräften und Zivilisationsansprüchen in den Alpen angezogen und an den amerikanischen «frontier» erinnert. Bei aussenpolitischer Bedrohung wird der junge Schweizer Bundesstaat von der amerikanischen Öffentlichkeit moralisch unterstützt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gilt die Schweiz als moderner Modellstaat mit Vorbildfunktion: Amerikanische Reformkreise verlangen eine Einführung direktdemokratischer Instrumente und des Proporzwahlrechts; die Monopolisierung wichtiger Industrie- und Dienstleistungszweige stösst ebenso auf Bewunderung wie das Erziehungssystem und die Milizarmee.
Der Autor zeigt auf, dass der Wandel im amerikanischen Bild der Schweiz nicht nur die rasante Entwicklung in der Eidgenossenschaft reflektiert, sondern auf eine wachsende Verunsicherung im amerikanischen Selbstbewusstsein hindeutet.
Neben Reisedarstellungen prominenter und unbekannter Amerikaner werden auch zahlreiche Periodika, Regierungsdokumente und Fachmonographien ausgewertet.
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Bibliographische Angaben
Reihe | Basler Beiträge zur Geschichtswissenschaft |
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Seitenanzahl | 372 arabisch |
Bindung | Buch, Broschiert |
ISBN | 978-3-7965-1117-2 |
Erscheinungsdatum | 01.01.1995 |