Architektur und Malerei
Neujahrsblatt der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige, Basel GGG
Herausgegeben von Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige Basel
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Architektur und Malerei

Studien zur Fassadenmalerei des 16. Jahrhunderts in Basel

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Aus dem Vorwort:

„Gemalte Fassadendekorationen gehörten einst in prägender Weise zum Erscheinungsbild zahlreicher schweizerischer und süddeutscher Städte; nicht nur herausragende Bauten wie Rathäuser und Stadttürme, sondern auch einfache Bürgerhäuser waren mit umfassend angelegten, d.h. die gesamte Fassade einbeziehenden, farbigen Bemalungen ausgestattet. In den Städten Ober- und Mittelitaliens mit dem Aufkommen der Renaissance entstanden und bald zu reichen Formen entwickelt, fand dieser Sonderzweig der Malerei – in analoger zeitlicher Verschiebung – auch nördlich der Alpen rasch Verbreitung und gelangte hier im Laufe des 16. Jahrhunderts zu einer eigenen Blüte und zu eigenen Gestaltungsformen. Die Wirkung des gemalten Fassadenschmucks im Zusammenhang städtischer Ensembles muss ausserordentlich charakteristisch und eigentümlich gewesen sein; heute ist sie für uns kaum noch nachvollziehbar, da diese Gattung im Norden nahezu vollständig verloren ist und nurmehr als versprengte Reste in Erscheinung tritt. Unsere Kenntnis von ihren Erscheinungsformen kann sich nur auf sehr wenige erhaltene Malereien stützen und beruht in erster Linie auf den in Entwurfszeichnungen und Stadtansichten überlieferten Dekorationen.

Dies gilt auch für die Basler Fassadenmalerei, für die aufgrund einzelner, sehr qualitätvoller Zeugnisse stets eine besonders reiche Entwicklung angenommen wurde. Dekorationen wie die berühmte Bemalung am Haus «Zum Tanz» von Hans Holbein dem Jüngeren begründeten diesen Ruf und scheinen in der Tat innovativ und vorbildhaft für die Entwicklung der Gattung in Basel gewesen zu sein. Von dem einstigen Bestand sind uns nur sehr wenige fragmentarische Dekorationen erhalten geblieben, die – im Verein mit Stadtansichten und schriftlichen Quellen – gewisse Rückschlüsse zulassen auf Verbreitung und Präsenz der Fassadenmalerei im Stadtbild des 16. Jahrhunderts. In erster Linie sind es jedoch auch hier die in grösserer Zahl erhaltenen Entwürfe, die uns die wichtigste Vorstellung von den Erscheinungsformen der Dekorationen vermitteln; sie stellen im wesentlichen den Basisbestand der vorliegenden Studien dar. Mit ihnen auch das weitgehend unerschlossene Material der dokumentierten Bestände in einer zusammenführenden und vergleichenden Darstellung zu erfassen, war vordringliches Anliegen der Arbeit; es bleibt zu hoffen, dass sie zur Grundlage und Fortführung weiterer Untersuchungen dieser – nicht nur in Basel – viel zu wenig beachteten und erforschten Kunstgattung dienen kann. […]“  

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 164 arabisch
Info: mit zahlreichen Abb
Bindung Buch, Broschiert
ISBN 978-3-7965-1260-5
Erscheinungsdatum: 01.01.1994

Autor/in

Die Autorin:

Maria Becker ist Kunsthistorikerin und Autorin in Basel.