Über das Organ der Seele (1796). Über den Tod durch die Guillotine (1795). Meine Ansicht einiger Gal
Sigrid Oehler-Klein, Manfred Wenzel (Hg.)
Samuel Thomas Soemmerring

Über das Organ der Seele (1796). Über den Tod durch die Guillotine (1795). Meine Ansicht einiger Gal

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In seiner Schrift Über das Organ der Seele postulierte Soemmerring, dass das vieldiskutierte und immer wieder hinsichtlich einer möglichen Lokalisierung in Frage gestellte gemeinsame Sinnesorgan (Sensorium commune), das Seelenorgan, als Ventrikelflüssigkeit im Gehirn bestimmt werden könnte, da nur letztere mit sämtlichen Hirnnervenanfängen bzw. -endigungen in Kontakt stehe. Bereits diese Aussage war anatomisch umstritten, ebenso wie deren Prämisse, dass es überhaupt eine Flüssigkeit in den Hirnhöhlen gebe. Dies leugneten, mit Verweis auf die Autorität Albrecht von Hallers, viele Anatomen der Zeit. Da Soemmerring überdies nicht scharf zwischen den Begriffen Seelenorgan und Seelensitz unterschied, wurde seine Untersuchung auch von philosophischer Seite angreifbar, wie das Nachwort Immanuel Kants nachdrücklich belegt. Ungeachtet aller berechtigten Kritik darf jedoch nicht übersehen werden, dass Soemmerrings Schrift sich um Antworten auf aktuelle zeitgenössische Fragen bemühte, beispielsweise in der Erklärung von Geisteskranken, in der näheren Bestimmung eines Seelenorgans innerhalb der Vorstellungen von einem neuen Menschenbild, das sich in der Anthropologie des 18. Jahrhunderts herausgebildet hatte, oder als neue Sichtweise hinsichtlich der zahlreichen Fallstudien, die im Rahmen der Erfahrungsseelenkunde vorgestellt worden waren. - Der Beitrag Über den Tod durch die Guillotine stellt Soemmerrings aktuelle Antwort auf diese entscheidend mit der Französischen Revolution verbundene Hinrichtungsart dar, die ihm als inhuman und grausam erschien, da der Dekapitierte nach Soemmerrings Vorstellung noch eine Zeitlang das Bewusstsein behalten und gleichsam Zeuge der eigenen Hinrichtung werden sollte. - Soemmerrings Gutachten Meine Ansicht einiger Gallschen Lehrsätze ist deshalb von besonderem Interesse, da sich hierin der führende Neuroanatom seiner Zeit gleichsam mit seinem "Nachfolger" in der Wissenschaftsgeschichte, mit Franz Joseph Gall auseinandersetze. 

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 468 arabisch
Info: mit zahlreichen Abbildungen und Faksimiles
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-1428-9
Erscheinungsdatum: 01.01.1999

Autor/in

Die Herausgeber:

Dr. phil. Sigrid Oehler-Klein, geb. 1955, studierte Germanistik, Sozialwissenschaften und Philosophie in Gießen. In den Jahren 1984-1999 war sie Herausgeberin und Mitarbeiterin an der Soemmerring-Edition.

Dr. phil. Manfred Wenzel studierte Biologie und Germanistik an der Universität Bochum. In den Jahren 1984 bis 1999 war er in der Kommission für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften, Soemmerring-Ausgabe tätig. Seit 2000 arbeitet er in der Kommission für Deutsche Philologie, Büchner-Ausgabe an der Universität Marburg.