Nietzsche im Christentum
Beiträge zu Friedrich Nietzsche
Herausgegeben von Andreas Urs Sommer
Bd. 8 Daniel Mourkojannis, Rüdiger Schmidt-Grépály (Hg.)

Nietzsche im Christentum

Theologische Perspektiven nach Nietzsches Proklamation des Todes Gottes

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Nietzsches Bedeutung für die grossen evangelischen wie katholischen Entwürfe des 20. Jahrhunderts, die von so unterschiedlichen Theologen wie Karl Barth, Paul Tillich, Albert Schweitzer oder auch von den Vertretern der Befreiungstheologie stammen, wurde im Rahmen der akademischen Theologie kaum eigens thematisiert. Der vorliegende Band versucht, das Phänomen der theologischen Hinterlassenschaft Nietzsches wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Die Aufsätze sind zu einem Teil historisch-systematische Erörterungen zur theologischen Rezeption Nietzsches, zu einem anderen Teil zeigen sie, dass man Nietzsche nicht mehr eine versteckte Christlichkeit unterstellen muss, um mit ihm über den Nutzen und Nachteil des Glaubens für das Leben ins Gespräch zu kommen. Gerade seine mühsam und unter grossen Opfern erkämpfte Freiheit gegenüber einer sich zunehmend entchristlicht wähnenden, dabei aber doch christlich verbleibenden Umwelt lässt ihn schärfer, aber auch erbarmungsloser hinschauen. Dabei fallen die Unbestimmtheit und Harmlosigkeit des vorgeblich dezidiert Antikirchlichen oder gar Antichristlichen ebenso unter seine Kritik wie die Selbsttäuschungen der theologischen Wissenschaft: etwa zu glauben, man könne die Historisierung der eigenen Glaubensgrundsätze und ihrer Lebensvollzüge vorantreiben, ohne dass diese dabei selbst zum historischen Gegenstand werden und somit folgerichtig keine Grundlage mehr für eine christliche Existenzweise zu geben vermögen.

Die Beiträge gehen auf eine Vortragsreihe im Kolleg Friedrich Nietzsche der Stiftung Weimarer Klassik zurück und wurden für den vorliegenden Band überarbeitet und aktualisiert.

Die Autoren und ihre Beiträge
Werner Stegmaier, Nietzsches Theologie. Perspektiven für Gott, Glaube und Gerechtigkeit

Ulrich Willers, Nietzsche und seine theologischen Interpreten. Erfahrungen - Einsichten - Irritationen

Horst Georg Pöhlmann, Nietzsche und wir Christen. Versuch einer kritischen Rezeption seines Denkens

Eugen Biser, Der Zuspruch im Widerspruch: Nietzsches provokative Kritik des Christentums

Gerd-Günther Grau, «Oh Zarathustra, du bist frömmer als du glaubst». Nietzsches christliche Kritik des Christentums

Hermann Braun, Wanderer auf Erden, nicht Reisender nach einem letzten Ziel. Nietzsches philosophischer Abgesang auf das Christentum

Andreas Urs Sommer, Theologie nach Nietzsches «Antichrist?»

Daniel Mourkojannis, Christus oder Dionysos: Zu Karl Barths Nietzsche-Rezeption

Hermann-Peter Eberlein, Nietzsches «Tod Gottes» und Overbecks «Ende des Christentums» - eine Analogie  

Bevorstehende Veranstaltungen

Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 158 arabisch
Masse: 16 x 23 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-1922-2
Erscheinungsdatum: 01.02.2005

Autor/in

Die Herausgeber:

Dr. Daniel Mourkojannis, geb. 1963, studierte Evangelische Theologie und Philosophie an den Universitäten Bonn, Tübingen und San Juan, Puerto Rico. Von 1993-1998 war er Wissenschaftlicher Angestellter am Lehrstuhl für Systematische Theologie und Sozialethik an der Universität Kiel. Dort promovierte er im Jahr 1998 mit einer Arbeit zum Thema: „Ethik der Lebenskunst. Zur Nietzsche-Rezeption in der evangelischen Theologie.“ Von 1998-2001 war er Pfarrer im Kirchenkreis Köln-Süd. Seit 2002 ist er Pastor in Kiel-Holtenau. Des Weiteren ist Daniel Mourkojannis Lehrbeauftragter für Systematische Theologie an den Universitäten Hamburg und Kiel.

Dr. Rüdiger Schmidt-Grépály, geb. 1952, studierte Philosophie, Literatur und Politikwissenschaft in Kiel, Freiburg i. Br. Und Marburg. 1980 promovierte er mit einer Dissertation zum Frühwerk Friedrich Nitzsches. Ab 1986 war er Lehrbeauftragter für Philosophie zunächst in Kiel und dann in Oldenburg, von 1989-1994 philosophischer Geschäftsführer der Karl-Jaspers-Vorlesung zu Fragen der Zeit an der Universität Oldenburg. In den Jahren 1994-1999 war er freier Mitarbeiter der Stiftung Weimarer Klassik und seit 1999 ist er Leiter des Kollegs Friedrich Nietzsche.