Hirnforschung und Menschenbild
Adrian Holderegger, Beat Sitter-Liver, Christian W. Hess (Hg.)

Hirnforschung und Menschenbild

Beiträge zur interdisziplinären Verständigung

Dieser Artikel steht derzeit nicht zur Verfügung!
Nicht lieferbar 58.00 CHF
inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Der Sammelband der interdisziplinären, internationalen Tagung Hirnforschung und Menschenbild an der Universität Freiburg i.Ue. (Oktober 2006) mit über 30 Beiträgen aus den Bereichen Neurowissenschaften, Medizin, Sozial- und Humanwissenschaften, Rechtsphilosophie, philosophische und theologische Ethik.

Die Neurowissenschaften haben in den letzten zehn Jahren grosse Fortschritte erzielt. Die Interpretationen der Resultate und Einsichten decken ein breites Spektrum ab, in dem offene Befürchtungen neben wachem Interesse, diagnostische wie therapeutische Erwartungen und wissenschaftliche Begeisterung Platz finden. Die aufgeworfenen Fragen und verfochtenen Thesen berühren zentrale Elemente des Bildes, das der Mensch sich von sich selbst und seiner Stellung und Aufgabe in der Welt macht.

Entsprechend kontrovers werden die Debatten geführt. Unklare Begriffe, fragwürdige Argumente und mangelndes Wissen um lange schon gewonnene Erkenntnisse belasten die Diskussion, und Verständigung tut not. Die Konsequenz daraus ist, dass im Interesse der Wissenschaft und der Gesellschaft der Stand der wissenschaftlichen Errungenschaften gesichtet, die ausgelösten Kontroversen thematisiert und geklärt und die vertretenen Positionen unter verschiedenen normativen und anthropologischen Aspekten (Ethik, Recht, Philosophie, Theologie) bewertet werden müssen. Antworten auf diese Fragen liefern die Beiträge im vorliegenden Band.

Aus dem Inhalt

Teil I. Anspruch, Möglichkeiten und Grenzen des neurowissenschaftlichen Naturalismus

Rainer Mausfeld, Über Ziele und Grenzen einer naturwissenschaftlichen Zugangsweise zur Erforschung des Geistes

Michael Pauen, Keine Kränkung – keine Krise. Warum die Neurowissenschaften unser Selbstverständnis nicht revidieren

Gottfried Seebaß, Der Traum des physikalischen Monismus. Wissenschaftstheoretische und methodenkritische Überlegungen zur neurowissenschaftlichen Behandlung von Bewusstseinsphänomenen

Dominik Perler, Ist der Geist im Gehirn? Skeptische Bemerkungen aus philosophischer Sicht

Martine Nida-Rümelin, Zur philosophischen Interpretation der Libet-Experimente

Lutz Jäncke, Hirnforschung: bildgebende Verfahren. Zur Grenze zwischen Naturwissenschaft und philosophischer Spekulation

Teil II. Bewusstsein – Selbst – Person

Christoph von der Malsburg, Der Geist – zu Tode reduziert?

Günter Rager, Ich und mein Gehirn

Martin Korte, Neurobiologische Grundlagen unseres Bewusstseins

Christophe Lopez, Olaf Blanke, Neuropsychology and Neurophysiology of Self-consciousness. Multisensory and Vestibular Mechanisms

Gianfranco Soldati, Representation, Intentionality, and Consciousness

Patrik Vuilleumier, How Emotion Circuits in the Brain Can Guide Perception and Behaviour

Stephanie Clarke, Split Consciousness of the Auditory World

Teil III. Freiheit

Jean-Pierre Wils, Wie bedroht ist die Handlungsfreiheit wirklich?

Eberhard Schockenhoff, Wie frei ist der Mensch? Zum Dialog zwischen Hirnforschung und theologischer Ethik

Wolfgang Prinz, Der Wille als Artefakt

Edmund Runggaldier, Wissenschaftliche Erklärungen und Agenskausalität

Markus Christen, Eine Neurobiologie der Moral? – Fragen an ein aktuelles Projekt

Reinhard Merkel, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit und strafrechtliche Schuld

Brigitte Tag, Neurowissenschaft und Strafrecht

Teil IV. Therapiemöglichkeiten auf der Basis neurowissenschaftlicher Entdeckungen

Daniel Hell, Moderne Erkenntnisse verändern das Ich-Bewusstsein

Hanfried Helmchen, Therapiemöglichkeiten in der Psychiatrie: Modellfall Psychopharmakotherapie

Werner K. Strik, Die menschliche Kommunikation und ihre Störungen bei Psychosen

Jürg Kesselring, Neurologische Aspekte des Lernens – Lektionen aus der Neurorehabilitation

Alim Louis Benabid et al., Quelles sont les questions que pose le retour de la psychochirurgie?

Elisabeth Hildt, Ethische Überlegungen zu klinischen Anwendungsmöglichkeiten moderner Neurowissenschaften: das Beispiel Tiefenhirnstimulation  

Bevorstehende Veranstaltungen

Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 475 arabisch
Zeichnungen 4
Tabellen 1
Abbildungen 10 s/w, 8 farbig
Format: 17 x 24 cm
Bindung Buch, Broschiert
ISBN 978-3-7965-2294-9
Erscheinungsdatum: 07.12.2007

Autor/in

Die Herausgeber:

Adrian Holderegger ist Professor für Theologische Ethik an der Universität Freiburg/Schweiz. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Theologischen Fundamentalethik, Lebens- und Kulturethik sowie der biomedizinischen Ethik.

Beat Sitter-Liver ist Professor für Praktische Philosophie an der Universität Freiburg/Schweiz. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Allgemeinen und Angewandten Ethik, Natur- und Ökophilosophie sowie der Reflexion der Kulturwissenschaften.

Christian W. Hess ist Professor und Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Bern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Schlaf-, Vigilanz- und Aufmerksamkeitsstörungen, Mechanismen der visuellen Exploration und der kortikalen Steuerung der Okulomotorik.