Glaube und Wissen - Croire et Savoir
Studia philosophica
Herausgegeben von Schweizerische Philosophische Gesellschaft
Bd.

Glaube und Wissen - Croire et Savoir

Zum 125. Geburtstag von Karl Jaspers

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Eine Schicksalsfrage der Philosophie

Karl Jaspers ist nach wie vor eine der wichtigsten Stimmen des 20. Jahrhunderts zur Auseinandersetzung zwischen Religion und Philosophie. Dieser Band ist eine der ersten umfassenden Bestandesaufnahmen seines religionsphilosophischen Spätwerks.

Zwei grosse Wege bieten sich dem abendländischen Menschen an in seinem Bedürfnis nach Orientierung in dieser Welt: der Weg der Wissenschaft, der methodisch geregelten, nie abschliessbaren Wahrheitssuche, und der Weg des Offenbarungsglaubens, des riskanten, durch keine Begründung einholbaren Sprungs zu der gläubigen Hinnahme ewiger Glaubenswahrheiten. Die Philosophie erschliesst einen dritten Weg: den Weg zu einer philosophisch begründeten Existenz. Kant hat diesen Weg in Form des von ihm postulierten, die Grenzen des Erfahrbaren überschreitenden «Vernunftglaubens» auf exemplarische Weise eröffnet. Karl Jaspers hat diesen Gedanken unter dem Begriff des philosophischen Glaubens umfassend entfaltet. Sein Werk stellt die Philosophie vor die Frage, wie sie es hält mit der Möglichkeit dieses dritten Weges neben Wissenschaft und Offenbarungsreligion auf dem Boden einer universalen, alle Menschen verbindenden Vernunft. Diese Frage ist nicht nur eine Schicksalsfrage der Philosophie, sondern – in der heutigen Situation eines angeblich unversöhnlichen Kampfes der Kulturen – letztlich auch eine Schicksalsfrage der Menschheit. Die Beiträge dieses Bandes gehen dieser Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach – zum Gedenken an Karl Jaspers, der im Jahr 2008 seinen 125. Geburtstag feiern könnte. Sie sind mehrheitlich aus den Vorträgen eines internationalen Symposions hervorgegangen, das unter dem Titel «Karl Jaspers. Glaube und Wissen / Karl Jaspers: Fede e sapere» am 6./7. November 2007 in Neapel stattgefunden hat.

Aus dem Inhalt:

Einleitung

Reiner Wiehl, Gewissheit und Vertrauen. Zur Kosmo-Anthropologie von Karl Jaspers

Vernunft und Transzendenz

Paola Ricci Sindoni, Gott unter Anklage: Jaspers und der Fall Hiob

Thomas Rentsch, Transzendenz und Vernunft: Wie lässt sich ihr Verhältnis heute bestimmen?

Joachim Ringleben, Sprache und Transzendenz

Francesco Miano, Phänomenologie des Gewissens. Zur Existenzerhellung bei Karl Jaspers

Claudio Fiorillo, Die einende Grenze: Paradoxon, Kommunikation, Leid

Der philosophische Glaube

Anton Hügli, Von der Subjektivität des Glaubens und der Objektivität des Wissens

Andreas Cesana, Philosophischer Glaube und Selbstvergewisserung

Kurt Salamun, Der philosophische Glaube als zentrale Komponente von Karl Jaspers‘ Menschenbild

Bernd Weidmann, Philosophischer Glaube und politisches Engagement. Zivilreligiöse Motive bei Karl Jaspers

Steffen Wagner, Der philosophische Glaube zwischen Ontologismus und Transzendentalismus

Philosophischer Glaube und Offenbarungsreligion

Hans Saner, Karls Jaspers und das Christentum

Giuseppe Cantillo, Kierkegaard und die Existenzphilosophie von Karl Jaspers

Roberto Celada Ballanti, Die Augustin-Deutung von Karl Jaspers

Helmut Hühn, «Tief langweilige sogenannte ‹Transzendenz›»? Zur Auseinandersetzung zwischen Karl Barth und Karl Jaspers

Anthropologie, Psychopathologie und Pädagogik

Rossella Bonito Oliva, Existenz und Pathologie: Jaspers und Binswanger

Harald Stelzer, Von Max Webers Gehäuse-Metapher zum Gehäuse-Begriff bei Karl Jaspers

Stefania Achella, Das Zeiterleben als Chiffre des Bewusstseins

Anna Donise, Karl Jaspers als Phänomenologe

Angela Giustino Vitolo, Das pädagogische Planen und das Ziel der Erziehung

Vom Ursprung des Wissenwollens

Jacques Bouveresse, Le besoin de croyance et le besoin de vérité

Buchbesprechungen / Comptes rendus

Historisches Wörterbuch der Philosophie, hg. von Joachim Ritter †, Karlfried Gründer und Gottfried Gabriel, Basel 1971-2007, Band 13: Register mit Volltext-CD-ROM des Gesamtwerks (Marcel Weber)

Pascal Engel, Va Savoir! De la connaissance en général, Paris 2007 (Jonas Pfister)

Guillaume d’Ockham, Intuition et abstraction, textes introduits, traduits et annotés par David Piché, Paris 2005 (Joël Lonfat)

Diego Marconi, Per la verità. Relativismo e filosofia, Torino 2007 (Marcello Ostinelli)   

Bevorstehende Veranstaltungen

Bibliographische Angaben

Reihe Titel der Reihe - Studia philosophica
Seitenanzahl 402 arabisch
Format: 15.5 x 22.5 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-2444-8
Erscheinungsdatum: 22.12.2008

Autor/in

Die Herausgeber:

Anton Hügli, geb. 1939, studierte Philosophie, Psychologie, Germanistik/Nordistik und Mathematik in Basel und Kopenhagen. Er war bis 2005 Professor für Philosophie und Pädagogik an der Universität Basel.

Curzio Chiesa, 1953–2012, studierte Philosophie in Genf, Paris und Cambridge. Er war seit 1978 Maître d’enseignement et de recherche für antike und mittelalterliche Philosophie an der Universität Genf.

Der Gastherausgeber Steffen Wagner, geb. 1966, studierte Philosophie in Neapel, wo er 2003 promovierte. Seit 1997 ist er freier wissenschaftlicher Mitarbeiter am Philosophischen Seminar der Universität Neapel.