Arm sein in Luzern
Luzerner Historische Veröffentlichungen
Herausgegeben von André Heinzer, Staatsarchiv Luzern, Stadtarchiv Luzern
43 Stefan Jäggi

Arm sein in Luzern

Untersuchungen und Quellen zum Luzerner Armen- und Fürsorgewesen 1590-1593

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Das Schicksal der Betroffenen

Ende Januar 1590 verabschiedete der Luzerner Rat die von Stadtschreiber Renward Cysat konzipierte neue Almosenordnung. Die Reorganisation der Armenfürsorge stand im Zusammenhang mit einer umfassenden Intensivierung, Normierung und Zentralisierung der obrigkeitlichen Herrschaft in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Im Fokus der vorliegenden Untersuchung mit einer umfangreichen Quellenedition stehen aber nicht die institutionellen und organisatorischen Aspekte der Fürsorge, sondern die Betroffenen: Aus den Jahren 1590–1592 haben sich in den Protokollen des Almosenrats detaillierte Listen der Almosenbezüger erhalten. Sie geben Aufschluss über die sozialen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und rechtlichen Lebensumstände vieler Stadtluzerner Familien und Einzelpersonen, die unterhalb oder an der Armutsgrenze lebten. Unter Berücksichtigung weiterer Quellenbestände gewinnen wir Einblick in die Schicksale einer Bevölkerungsgruppe, wie es sonst in dieser Dichte nicht möglich ist: Alleinerziehende Mütter und Witwen mit kleinen Kindern, alte gebrechliche Frauen, kleine Handwerker und Tagelöhner mit gesundheitlichen Problemen, Jugendliche ohne Perspektiven, «working poor» – sie erhalten hier einen Namen und eine Biographie. 

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Bibliographische Angaben

Reihe Titel der Reihe - Luzerner Historische Veröffentlichungen
Seitenanzahl 287 arabisch
Abbildungen 28 s/w, 5 farbig
Zeichnungen 9
Tabellen 15
Format: 16.5 x 24.5 cm
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-2821-7
Erscheinungsdatum: 21.08.2012

Autor/in

Der Autor:

Stefan Jäggi-Ulrich, geb. 1957, studierte Geschichte und Lateinische Literatur an der Universität Freiburg i. Üe. und promovierte in Mittelalterlicher Geschichte bei Carl Pfaff. Seit 1986 ist er im Staatsarchiv Luzern tätig. Seine Forschungsinteressen beziehen sich vor allem auf die Sozial- und Religionsgeschichte der Frühen Neuzeit.