Wirtschaftsberichterstattung in der Krise (E-Book)
Studien Qualität der Medien
Herausgegeben von fög - Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft
2/2010 Mario Schranz, Mark Eisenegger, Kurt Imhof u.a.

Wirtschaftsberichterstattung in der Krise (E-Book)

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In Krisenperioden bzw. nach dem Platzen von Wirtschaftsblasen wird regelmässig die Frage nach der Frühwarnfunktion der Medien in Bezug auf unerwünschte Entwicklungen im ökonomischen System gestellt. Diese Studie untersucht die Qualität der Wirtschaftsberichterstattung im Kontext der Krise, die sich ab Mitte 2007 aufbaute und im Herbst 2008 mit dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren ersten Höhepunkt erreichte. Folgende Fragen werden beantwortet:

  1. Haben die Medien ihre Frühwarnfunktion im Vorfeld der Krise erfüllt? Wurde genügend früh auf die Blasenbildung im US-Immobilienmarkt hingewiesen?

  2. Zeugt die Medienberichterstattung über die Finanzunternehmen von ausreichend kritischer Distanz? Wird der wirtschaftliche Erfolg der Unternehmen auch im Hinblick auf unerwünschte Folgen reflektiert oder geben die Medien einfach wieder, was von den PR-Abteilungen der Unternehmen ins Mediensystem eingespeist wird?

  3. Wurden die Konsequenzen der Blasenbildung richtig eingeschätzt? Hat man insbesondere die Reichweite der Krise bis hin zu den systemgefährdenden Folgen rechtzeitig erkannt?

  4. War die Berichterstattung während der Krise nachhaltig und reflektiert? Ging sie über eine episodische und punktuelle Darstellung von Ereignissen hinaus, d.h. war sie dadurch gekennzeichnet, Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufzuzeigen und die Rezipienten mit Hintergründen zu versorgen, um ein vertieftes Verständnis zu ermöglichen?

 

Hauptbefunde: Die seismografische Funktion, frühzeitig vor der Finanzmarktkrise zu warnen, wurde von den Schweizer Medien nicht erfüllt. Zwar wurde von einigen wenigen Medien bereits ab 2005 vereinzelt auf die risikoträchtige Bubble-Bildung im US-Immobilienmarkt hingewiesen. Diese Interpretation blieb jedoch erstens peripher und sie reflektierte zweitens nicht die gesellschaftlichen Folgen. Die Krise wurde in den Medien erst sehr spät, d.h. ab der zweiten Hälfte 2007 als solche erkannt.

Diese Studie ist – neben weiteren Vertiefungsanalysen – bereits im Jahrbuch 2010 Qualität der Medien publiziert worden (fög – Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich [Hg.]: Jahrbuch 2010 Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Basel: Schwabe, S. 275–283). 

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Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 11 arabisch
Bindung E-Book
ISBN 978-3-7965-3221-4
Erscheinungsdatum: 25.09.2013

Autor/in

Mark Eisenegger ist Co-Leitungsmitglied des fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich. Er ist Co-Autor des Jahrbuchs «Qualität der Medien Schweiz Suisse Svizzera». Der Autor publiziert aktuell insbesondere zu wissenschaftlichen Fragestellungen aus den Bereichen Qualität der Medien, Wirtschaftssoziologie, Wirtschaftskommunikation und Organisationskommunikation.  

Kurt Imhof ist Professor für Publizistikwissenschaft und Soziologie an der Universität Zürich sowie Präsident der Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft. Der Autor publiziert zu wissenschaftlichen Fragestellungen der Öffentlichkeits- und Mediensoziologie, Sozialtheorie, Soziologie sozialen Wandels, Minderheitensoziologie. 

Jörg Schneider ist selbstständiger Sozial- und Marktforscher bei js_Studien+Analysen sowie Dozent für Forschungsmethoden. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Corporate Reputation, Stakeholder-Befragungen, Datenanalysen.

Mario Schranz ist Co-Leitungsmitglied des fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft / Universität Zürich. Er ist Co-Autor des Jahrbuchs «Qualität der Medien Schweiz Suisse Svizzera». Der Autor publiziert aktuell insbesondere zu wissenschaftlichen Fragestellungen aus den Bereichen Wirtschaftsöffentlichkeit, Onlinekommunikation, Crisis Communication, Corporate Reputation und Corporate Social Responsibility.