Die Natur des Menschen
Gunter Mann, Franz Dumont (Hg.)

Die Natur des Menschen

Probleme der Physischen Anthropologie und Rassenkunde (1750-1850)

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Der sechste Band der Soemmerring-Forschungen über Die Natur des Menschen, Probleme der Physischen Anthropologie und Rassenkunde 1750-1850, bringt 19 Beiträge eines interdisziplinären Symposions, das zu den Anfängen jener zunächst wissenschaftlichen, zugleich aber immer auch weltanschaulichen Diskussion um die Bestimmung und die Bedeutung der menschlichen Rassen zurückkehrt. Ausgangspunkt ist dabei der Anatom und Naturgelehrte Samuel Thomas Soemmerring (1755-1830) mit seinem Vergleich von „Mohren“ und Europäern; dann aber werden auch andere Forscher miteinbezogen, so gut wie alle, die im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sich zu den „Varietäten“, ihren typischen Merkmalen und Eigenschaften der Menschheit geäußert haben, unter ihnen Blumenbach, Kant, Buffon, Camper, Herder, Gall, Meiners, Cuvier, Tiedemann, Brehm, Humboldt und Gobineau. Es geht um Philosophisches wie das Humanitätsideal, um anthropologische Abgrenzungskriterien, aber auch um eminent Politisches wie die Sklavenfrage oder die ersten Ansätze zu rassistischem Denken; um wichtige Detailprobleme wie den Albinismus oder die Hautfarbe der Schwarzen, schließlich auch um die Wechselwirkung von naturwissenschaftlicher Erkenntnis und ihrer ideologischen Verwertung. Der in unserem Jahrhundert dann so schrecklich missbrauchte Begriff der menschlichen Rassen wird in diesem Band erstmals in seinen Wurzeln, aber auch schon in seinen gegensätzlichen Facettierungen erkennbar. 

Inhalt

Gunter Mann, Einführung

Urs Bitterli, Auch Amerikaner sind Menschen. Das Erscheinungsbild des Indianers in Reiseberichten und kulturhistorischen Darstellungen vom 16. bis 18. Jahrhundert

Georg Lilienthal, Samuel Thomas Soemmerring und seine Vorstellungen über Rassenunterschiede

Sigrid Oehler-Klein, Samuel Thomas Soemmerrings Neuroanatomie als Bindeglied zwischen Physiognomik und Anthropologie

Frank W. P. Dougherty, Christoph Meiners und Johann Friedrich Blumenbach im Streit um den Begriff der Menschenrasse

Rudolf Malter, Der Rassebegriff in Kants Anthropologie

Hans Querner, Christoph Girtanner und die Anwendung des Kantischen Prinzips in der Bestimmung des Menschen

Manfred Wenzel, Die Anthropologie Johann Gottfried Herders und das klassische Humanitätsideal

Renato G. Mazzolini, Anatomische Untersuchungen über die Haut der Schwarzen (1700-1800)

Michael Kutzer, Kakerlaken: Rasse oder Kranke? Die Diskussion des Albinismus in der Anthropologie der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Frank W. P. Dougherty, Buffons Bedeutung für die Entwicklung des anthropologischen Denkens im Deutschland der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts

Irmgard Müller, „L’homme fossile n’existe pas.“ Cuviers Hypothese von der Nicht-Existenz fossiler Menschen oder: die Verhinderung der Forschung durch Autorität

Gunter Mann, Franz Joseph Galls Natur- und Geisteslehre des Menschen und der Völkerschaften (Lehre von den „Nationalschädeln“)

R. P. W. Visser, Die Rezeption der Anthropologie Petrus Campers (1770-1850)

A. M. Luyendijk-Elshout, Jan van der Hoeven (1802-1868) als Nachfolger von Petrus Camper und seine Korrespondenz mit europäischen Gelehrten

Hans-Konrad Schmutz, Friedrich Tiedemann (1781-1861) und Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) – Anthropologie und Sklavenfrage

Antje Sommer, William Frédéric Edwards: „Rasse“ als Grundlage europäischer Geschichtsdeutung?

Ilse Jahn, Anthropologie als Lehrfach bei Matthias Jakob Schleiden (1804-1881)

Ilse Jahn, Über die Taxonomie der „Rasse“ nach dem Briefwechsel zwischen Pastor Christian Ludwig Brehm (1787-1864) und dem Zoologen Hinrich Martin Lichtenstein (1780-1857)

Peter Honigmann, An der Grenze zwischen anthropologischem Interesse und Rassismus: Alexander von Humboldts Auseinandersetzung mit Joseph Arthur Comte de Gobineau  

Bevorstehende Veranstaltungen

Bibliographische Angaben

Seitenanzahl 457 arabisch
Info mit 11 Abbildungen
Bindung Buch, Gebunden
ISBN 978-3-7965-1538-5
Erscheinungsdatum 01.01.1990

Autor/in

Die Herausgeber:

Dr. phil. Franz Dumont (1945-2012) studierte Geschichte, Altphilologie, Philosophie, Geographie und Politikwissenschaft in Bonn und Mainz. Er war Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

Prof. Dr. Gunter Mann leitete von 1974 bis 1988 das Medizinhistorische Institut der Universität Mainz.