Herausgegeben von dem Vorstand der Internationalen Castellio Gesellschaft
Bd. 5 Uwe Plath (Hg.)
Sebastian Castellio
De haereticis non puniendis – Ketzer dürfen nicht bestraft werden
Rekonstruktion des lateinischen Textes mit deutscher Übersetzung
NeuCastellios Antwort auf Theodor Beza ist die letzte Toleranzschrift des Basler Humanisten, die im Zusammenhang mit dem «Fall Servet» entstanden ist. Sie wurde 1938 in Rotterdam entdeckt und 1971 in Genf gedruckt. Der hier edierte und übersetzte lateinische Text ist kein Nachdruck der Genfer Edition, die auf der von Castellio wahrscheinlich 1562/63 für eine Veröffentlichung vorbereiteten Fassung beruht, sondern die Rekonstruktion des wohl 1555 fertiggestellten Originaltextes.
Angesichts der Beredsamkeit des Juristen Beza, den Castellio für sachkundiger und eloquenter hielt als Calvin, fand er es notwendig, seine eigenen Argumente zu schärfen und zu präzisieren. Das zeigt sich nicht nur bei der Definition des Häretikers und der Frage, ob er von der weltlichen Obrigkeit zu bestrafen sei, sondern auch dort, wo Castellio die Grenzen der Toleranz oder Themen wie Zweifel, Wissen und Nichtwissen, Gewissens- und Glaubenszwang anspricht, denen er später in Conseil à la France désolée und in De arte dubitandi et confidendi zentrale Bedeutung einräumen wird. Das Werk gibt aufschlussreiche Einblicke in persönliche Details, in die Auseinandersetzung mit Beza, Calvin und weiteren Beteiligten sowie in die damaligen konfessionellen Verhältnisse.
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Bibliographische Angaben
| Reihe | Schriften der Internationalen Castellio Gesellschaft |
|---|---|
| Seitenanzahl | 500 arabisch |
| Bindung | Buch, Gebunden |
| ISBN | 978-3-7965-5530-5 |
| Erscheinungsdatum | 08.06.2026 |